Freitag, 4. Februar 2011

Über Quotenfrauen und Kopftuchmädchen

Ich habe mich ja bereits gestern als Fan der Mädchenmannschaft geoutet. Das liegt zum einen an der - wie ich finde - hohen Qualität der Beiträge und zum anderen am breiten Themenspektrum. Mein Vater würde wohl brummeln: "Feministisch warst du schon immer" (und an unsere vielen kleinen und größeren Streitereien denken, die sich meist um seinen Anteil am Haushalt drehten). Da hat er wohl nicht unrecht. Ich steh nun mal auf Gerechtigkeit (jap, wie nur werde ich jetzt das innere Bild von Superwoman mit der gen Himmel gestreckten Faust wieder los??).
Zurück zum Thema: Die Mädchenmannschaft also. Gestern mit einem Beitrag von Kübra, die mit Thilo Sarrazin in einer Radiosendung des BBC "diskutiert" hat: “I want yu tu intekräyt.” Vielen Dank dafür! Wir brauchen mehr davon. Ich persönlich bin ja immer noch schockiert, was für einen Wirbel - und Schaden - er mit seinen wirren "Thesen" anrichten konnte. Als Ex-Berliner schlage ich mich nun schon seit Jahren mit seinen diversen *räusper* "Äußerungen" herum und ernstnehmen konnte ich das noch nie.
Aber natürlich sind wir nicht immer einer Meinung, die Autorinnen der Mädchenmannschaft und ich. Das wäre ja langweilig, immer nur Konsens. Apropos Konsens: Über das hier muss ich noch ein bisschen nachdenken. Ich finde den Ansatz, erst mal nachzufragen statt einfach zu machen, toll. Ich frage mich nur, ob man es nicht auch übertreiben kann. Und wie das ganze gegen sexuelle Ausbeutung helfen soll, ist mir auch noch schleierhaft. Manchmal hilft einem ein "Nein" ja leider auch nicht weiter. Was sagt ihr denn dazu?
So richtig weiß ich auch bei der momentanen Quotenfraudebatte nicht, was ich davon halten soll. Eigentlich finde ich es nicht richtig, dass Unternehmen mehr weibliche Führungskräfte "aufgezwungen" werden, vor allem weil ich denke, dass es den Stand der Frauen in den Unternehmen eher untergräbt als ihn zu fördern. Andererseits habe ich schon am eigenen Leib erfahren, dass man in gewissen Arbeitsumfeldern gegen die männlichen (Karriere)Netzwerke nicht ankommt, ja nicht mal als vollwertige Arbeitskraft ernstgenommen wird. Hier ist guter Rat teuer.

Kommentare:

  1. Hallo Spurensucherin,
    viel Spaß beim nachdenken! Ich finde übrigens nicht, dass man es mit Konsensfindung übertreiben kann, man kann es nur mit der Fragerei übertreiben. Wenn ich weiß, wann ich meine Freundin küssen darf und wann nicht, dann muss ich nicht jedes Mal nachfragen. Wir müssen es halt mal geklärt haben: Wann darf ich ungefragt küssen? Wann muss ich fragen? Ist es sehr schlimm wenn ich das fragen mal vergessen habe?
    Am anfang mussten wir sehr viel darüber sprechen, inzwischen haben wir bei ein paar Sachen Routine entwickelt. Grüße, tuc

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  2. Hallo tuc,
    danke für Deinen Kommentar. Nachdenken werde ich sicher weiterhin, auch weil die Forderung nach Konsens mich in seiner Konsequenz beeindruckt. Aber eben auch abschreckt. Aus den selben Gründen vermutlich. Du siehst, ich grübele noch...

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  3. Hallo Spurensucherin,
    Nun, die Umsetzung von Konsens zu lernen ist ein langsamer Prozess. Zu verlangen, dass man es sofort immer super hinkriegt ist utopisch. Es braucht eben Übung.

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