Dienstag, 25. Oktober 2011

Oh Siri

Ich bin zwar kein Apple-Fan und der aktuelle Siri-Hype geht irgendwie schon wieder an mir vorbei, aber das ist einfach zu süß: Liebeslied an, mit und für Siri. Gefunden bei Miriam Meckel




Für alle, die davon noch weniger Ahnung haben als ich: Siri ist die neue "Sprachassistentin" des iPhone 4S. Gibt es eigentlich schon eine Gender-Diskussion über die Wahl eines weiblichen Assistenten und damit zusammenhängend die vielen Videos im "Siri, do you love me?"-Kontext? Fände ich spannend, aber ich kann das noch nicht so recht einordnen.

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Volkskrankheit Burn-out?

"Das Verhaltensideal des Arbeiters ist die Anpassungsfähigkeit an eine sich ständig wandelnde Arbeitsumwelt, in der die als Notwendigkeit verordneten Umbrüche nicht mehr hinterfragbar scheinen – es heißt, so sei es nun einmal in Zeiten von Wettbewerbsverschärfung, Finanzkrise und Globalisierung."
Ein passendes Zitat aus einem lesenswerten Artikel in der Zeit. Ralf Rangnicks Rücktritt hat (wieder einmal) eine Welle an Burn-out-Artikeln und -Sonderteilen ausgelöst. Der Autor der Zeit, David Hugendick, beklagt sich in seinem "Burn-out-Zwischenruf" zu Recht, dass die Schuld noch immer bei der individuellen "Anpassbarkeit" - oder eben dem Mangel daran - des Arbeitnehmers gesucht wird. Er findet, es ist Zeit, die Frage zu stellen, wie es überhaupt passieren kann, dass eine Halbtagsangestellte für 400 Azubis zuständig ist.
Das obige Zitat trifft bei mir einen Nerv. Selbst erlebt und immer wieder aus dem Verwandten-, Freundes- und Bekanntenkreis erfahren. Ich würde es allerdings noch steigern, denn meiner Meinung nach sind diese "Umbrüche" nicht nur nicht hinterfragbar. Eher scheint es doch so zu sein, dass wir die Fähigkeit, dies zu hinterfragen, komplett verloren haben. Wir vertreten diese "Selbstverständlichkeit" als solche nach außen weiter: "XY muss eben fertig werden", "Es ist eben so viel Arbeit da", "Was soll ich denn machen, wenn ich die Arbeit von A auch noch machen muss".
Das erste, dass ich wieder lernen musste nach einer extrem von solchen Anforderungen geprägten Zeit, war, mich nicht verantwortlich zu fühlen. Was? Ja, richtig. "Die Alarmkette einhalten", hieß das bei uns. Der Job ist in der geplanten Zeit nicht zu schaffen? Informiere deinen Chef. Überlass ihm die Problemlösung, statt immer mehr Überstunden aufzuhäufen. Wenn alles klappt und niemand ihn über ein Problem informiert, ändert sich nichts. Unternimmt der Chef nichts, dann ist das Projekt halt nicht rechtzeitig fertig. Ich spüre förmlich beim Schreiben die Proteststürme, die das auslöst: Da verlier ich ja meinen Job, der Chef kann ja gar nichts ändern, das ist halt gerade so eine Phase, etc.
Aber das ist gar nicht der Punkt: Es liegt schlicht gar nicht in unserem Verantwortungsbereich. Wir sind dafür nicht eingestellt, diese Probleme zu lösen, wir werden dafür nicht bezahlt und danken tut es uns ohnehin niemand. Von den Unternehmenschefs vielleicht einmal abgesehen, aber in deren Verantwortung und - Achtung - Möglichkeiten - liegt die Problemlösung ja auch. Was tut der "einfache" Arbeitnehmer bei Arbeitsüberlastung? Noch ein paar Stunden mehr arbeiten. Nicht sehr effektiv. Ein Tropfen auf den heißen Stein, ändert gar nichts. Wenn der Chef gezwungen ist zu handeln, hat er andere Möglichkeiten: Leute einstellen, Ressourcen umplanen, Aufträge ablehnen oder auch: bewusst riskieren, dass etwas nicht rechtzeitig fertig wird. Effektive Problemlösung eben.
Was macht die Krankenschwester, wenn der Patient kollabiert? Sie holt einen Arzt. Alarmkette. "Früher", als alle Unternehmen so hierarchisch strukturiert waren wie heute noch Krankenhäuser, Militär und Schifffahrt, kein Problem. Heute fühlen wir uns für Wohl und Wehe eines Unternehmens so verantwortlich, als wären wir selbst der Chef. Ganz schön anmaßend eigentlich, zu denken, dass das Unternehmen ohne unseren überdurchschnittlichen Einsatz sofort den Bach runter geht.
Wir sollten lernen, wieder verantwortungsloser zu werden. Gar nicht so einfach.
Ich bin dem Problem effektiv aus dem Weg gegangen: Ich bin jetzt die Spitze der Alarmkette und verfüge über meine Zeit selbst. Niemand kann mich mehr unter Druck setzen. Klar wird es auch mal stressig, aber erstens habe ich mir das selbst eingebrockt (was das viel erträglicher macht) und ich kann selbst für Ausgleich sorgen und auch mal einen Auftrag absagen. Allen anderen da draußen wünsche ich von Herzen den Mut, nach Ablauf der bezahlten Arbeitszeit nach Hause zu gehen, den Chef über Engpässe zu informieren, ihn zum Handeln aufzufordern und notfalls auch mal was gegen die Wand laufen zu lassen. Hat pädagogischen Charakter.

Freitag, 26. August 2011

Schreiben wie...

Ich habe leider im Augenblick einen eklatanten Mangel an der Hauptzutat zu meinen Blogeinträgen: Zeit.
Ich bin selbständig, also werde ich mich sicher nicht über Zeitmangel beklagen. Aber fehlen tut es mir schon, das bloggen. Wird hoffentlich bald wieder besser, alles.
Da ich beim Schreiben von Texten immer mal wieder kleine Ablenkungen brauche, um mich nicht gar zu sehr festzubeissen, stolpere ich manchmal über Nettigkeiten. Dazu gehört ganz sicher der Sprichwortgenerator, den ich euch ja schon einmal vorgestellt habe. Und auch dieser nutzlose Zeitvertreib: Die FAZ-Journalisten fanden die englische Seite I write like so nett, dass sie den Entwickler beauftragten, eine deutsche Version zu erstellen. Hier kann jetzt also jede/r testen, welchem deutschen Schriftsteller sein Stil so entspricht. Das ändert sich natürlich (also bei mir zumindest...) mit jedem Text, den man testet. Netterweise kann man sich dann sogar ein Zertifikat auf seine Seite basteln.
Nahezu zweckfrei. Aber spaßig.
Ach ja, übrigens:

Friedrich Nietzsche

Nun aber weiter im Text(en)!

Montag, 15. August 2011

Von Trollen und Wasserfeen

Soo, unser Urlaub ist nun leider schon wieder Geschichte. Schön war's, und sogar das Wetter war uns - im Rahmen des momentan möglichen - hold. Die vergangene Woche war etwas holprig und umtriebig, aber jetzt hab ich auch wieder Zeit und Lust zu bloggen. Erst einmal ein paar Urlaubsimpressionen aus dem Harz und dem Saale/Unstrut-Gebiet:

Unheimliche Aussichten: Teufelskanzel und Hexenaltar auf dem Brocken


Noch ne Aussicht: Im Klippen erklettern waren wir toll


Man kann schon anfangen an Trolle zu glauben, an einem feucht-nebligen Tag im Wald...


Zwei Tage paddeln auf der Unstrut: Wir konnten uns gar nicht satt sehen.

Oh, und Wein gibt es da auch. Guten Wein, z.B. aus den Freyburger Weinbergen :-)


Freitag, 22. Juli 2011

Urlaub! Hier auch...

Die nächsten zwei Wochen passiert hier nix, Wandern und Paddeln ist angesagt. Das Internetz bleibt Zuhause...

Urlaubslektüre: Munro, Winterson und Co.

Bevor es hier still wird, weil ich in den Urlaub abdüse: unser diesjähriger Urlaubslesestoff.

Alice Munro: Die Liebe einer Frau. Drei Erzählungen und ein kurzer Roman. Fischer
Ich mag eigentlich gar keine Kurzgeschichten. Bis ich richtig drin bin, sind sie zu Ende. Alice Munro ist trotzdem zu einer meiner liebsten Schriftstellerinnen geworden. Ihre Kurzgeschichten sind meisterhaft. Als ob ein (sehr heller) Scheinwerfer über Landschaften und Menschen gleitet, sie bis ins Detail ausleuchtet und sie dann wieder im Dunkel zurücklässt. Man taucht mitten in das Leben der Protagonisten ein, leidet, freut sich, liebt mit ihnen und lässt sie dann etwas wehmütig zurück. Sie ist seit Jahren im Gespräch für den Literaturnobelpreis, aber mit Kurzgeschichten verschafft man sich nur schwer Respekt. Ich drücke ihr jedes Jahr die Daumen.


Jeanette Winterson: Die steinernen Götter. Berlin Verlag
Diesen Teil meiner Urlaubslektüre habe ich schon anderweitig verraten. Auf die geschliffenen Sätze und auf die unglaublichen Bilder, die in meinem Kopf entstehen, freue ich mich schon. Und fürchte sie zugleich, denn Winterson lesen fühlt sich an wie mit einem Fischkutter durch hohe See fahren: Ich werde atemlos, mit klopfendem Herzen, wirrem Blick und rasenden Gedanken wieder ausgespuckt und versuche mich daran zu erinnern, wer ich bin. Der erste Satz des neuen Romans klingt verheißungsvoll: "Diese neue Welt wiegt ein Yatto-Gramm."

Joanna Trollope: Zweiter Frühling. Berlin Verlag
Das Erholungsprogramm. Die luftig leichte Erzählweise von Trollope gefällt mir gut. Vor allem deshalb, weil sie der Schwere ihrer Themen Flügel verleiht: Liebe (geht es nicht immer um Liebe?), Verrat, Untreue, Einsamkeit. Dieses Mal ein Familienroman: Eltern, die sich nach dem Auszug ihrer Kinder neu finden müssen, Kinder, die plötzlich erwachsene Probleme haben, und das ewige Versprechen, dass nichts so wird wie erwartet.

Siri Hustvedt. Was ich liebte. Rowohlt
Die "Neue" in der Runde. Auch wenn man das fast nicht zugeben darf, aber wir haben noch nichts von ihr gelesen. "Was ich liebte" ist schon älter (von 2003), hat uns aber neugierig gemacht. Ein Familiendrama, in der Künstlerszene New Yorks angesiedelt. Wenn sie so schreibt, wie ihr Ehemann Paul Auster (u.a. Moon Palace, Unsichtbar, Im Land der letzten Dinge) wird es nicht sehr erholsam, aber spannend.


Auf die Ohren: Leonie Swann: Garou; Audrey Niffenegger: Die Zwillinge von Highgate.
Den Garou haben wir schon auf der letzten längeren Autofahrt angefangen und wir sind wiedermal begeistert von so viel Schaffühlungsvermögen. Da braucht es schon viel "Wollensstärke", nicht einfach noch ein paar Hundert Kilometer zu fahren, um mehr hören und lachen zu können.
Von Audrey Niffenegger haben wir "Die Frau des Zeitreisenden" gelesen. Selten eine so schöne, so traurige Liebesgeschichte gelesen. Jetzt also der Nachfolgeroman. Soll ja noch emotionaler sein. Na, wenn wir da mal nicht die Ausfahrt verpassen...

Ja, da haben wir ganz schön was vor. Alles Frauen dieses Mal. Die Männer haben es nicht in die Endrunde geschafft, warten aber in der zweiten Reihe auf die nächste Shopping-Runde: Neben Paul Auster (Sunset Park) u.a. Wilhelm Genazino (Das Glück in glücksfernen Zeiten), Stefan Mühldorfer (Tagsüber dieses strahlende Blau) und David Nicholls (Zwei an einem Tag).

Montag, 18. Juli 2011

Finale - oho: das Ende der WM

So, jetzt ist Japan also Weltmeister. Aha. Mich würde ja mal interessieren, wie die Wettquoten da zu Beginn der WM so waren. Ich gestehe, ich hätte es den USA gegönnt. Einfach, weil ich den Fußball, den sie spielen, schöner finde. Klar, die japanische Mannschaft kann den Ball im Spiel halten, Ruhe rein bringen, wenn erforderlich, und tolle Pässe spielen. Aber es ist halt auch gähnend langweilig, wenn sich die Japanerinnen gefühlte 10 Minuten damit beschäftigen, den Ball auf einer Höhe von links nach rechts und wieder zurück zu spielen. Entsprechend erinnerten mich die ersten 45 min stark an das Spiel Japan-Deutschland: Die einen spielen eine Torchance nach der anderen heraus, dass einem das Herz fast stehen bleibt, die anderen spielen Pässe. Tore schießen beide nicht. Nach dem ersten Tor für die USA in der 69. Minute habe ich gedacht, das ist gelaufen, jetzt haben sie sich warm gespielt, da kommt sicher noch mindestens eins. Denkste, ein dummer Fehler und schon hatten die Japaner den Ball im Tor. Ich hab übrigens nebenbei Babyschuhe gehäkelt (nein, nicht für mich!). Zur Ablenkung. In der Verlängerung habe ich dann allerdings mehr geschaut als gehäkelt und prompt wurde aus den drei Blütenblättern ein Kleeblatt... Ansonsten lief die Verlängerung wie eine Miniaturausgabe des Spiels zuvor ab: USA schießen ein Tor, freuen sich (ein bisschen zu früh) und drei Minuten vor Schluss steht es dann plötzlich 2:2... Und bei den USA war dann irgendwie der Wurm drin. Als hätten sie jetzt erst gemerkt, dass sie ja auch verlieren könnten. Prompt ging der Freistoß (direkt vor dem Strafraum) in der 120. daneben und dann gleich auch noch die ersten beiden Elfmeter... Gewonnen haben am Ende, denke ich, die besseren Nerven der Japaner, die waren auch im Rückstand nicht aus der Ruhe zu bringen. Ist ja auch eine schöne Lektion!
Jetzt ist die WM auch schon wieder zu Ende. Die Holde und ich hatten viel Spaß: Beim Gucken mit Freunden in der Sanderstraße, live beim Spiel Nordkorea-Schweden im Stadion und auch zuhause beim Häkeln. Ein schönes Fußballfest mit etwas anderem Publikum im Stadion (da konnten ein paar eingefleischte Augsburgfans gar nicht mehr aufhören, sich zu wundern, wie friedlich das alles ist) und ausgeglichenem Geschlechterverhältnis vor den Leinwänden. Ich fand's schön! Gerne bald wieder ;-)

Freitag, 15. Juli 2011

Sascha Lobo oder: Memetik eines Hahnenkamms

Gestern war ich auf der Main.IT. Das ist eine Art jährliche Hausmesse, die mit verschiedenen Vorträgen und Workshops zu IT-Themen, leckerem Essen (ach, hätte ich nur ein Bild vom Kompagnon und den anderen Co-Workern mit ihrem Steak und diesem seligen Gesichtsausdruck gemacht...) und nicht zuletzt einem interessanten "Key-Noter" lockt. Die Vorträge waren so-gemischt-lala. Aber der Key Note-Vortrag kam von Sascha Lobo. Ich dachte erst: Ja klar, das zieht die Leute, aber wie viel Lust hat Sascha Lobo wohl auf einen Vortrag auf einer Hausmesse in Eibelstadt? Tatsächlich musste er dann schon einige Hebel in Bewegung setzen, um überhaupt bis ins schöne Frankenland vorzudringen: Seine Bahn blieb nämlich in Halle stehen, Oberleitungsschaden. Das erzählte er zu Beginn witzig-elegant und schloss mit dem Hinweis, wer schon immer einmal eine 480 Euro Taxirechnung sehen wollte, könne nachher gerne vorbeikommen. Insgesamt muss ich sagen, dass ich von seinem Vortragsstil begeistert war. Schon klar, der Mann verdient sein Geld damit, also kann es so schlimm nicht sein, aber er ist WIRKLICH gut. Er hat es geschafft, einem Saal voller Nerds das Netz so zu zeigen, wie sie es noch nicht gesehen hatten. Uns allen anhand absurder Auswüchse wie einer Plattform, auf denen man seine gesamten Einkäufe per Amazon, Ebay oder Kreditkarte (!) von anderen kommentieren lassen kann, zugleich die Chancen und Risiken von Social Media zu zeigen. Kurz: uns gleichzeitig zu unterhalten, zu informieren und nachdenklich zu machen. Das Ganze gespickt mit Ausflügen in die Kulturwissenschaft, Zitaten von Borges und Ausführungen zur Memetik. Oh, und: Feminist ist er auch noch!
Ich werde nie wieder behaupten, das einzig Interessante an Sascha Lobo sei seine Frisur. Versprochen!

Google+ Die Dritte - bin drin

Ja, ja ich weiß, es wird einseitig hier, aber ab jetzt wird es besser, denn: Ich bin drin! Juhuu! Hatte noch nicht viel Zeit, mich zu tummeln, aber ein bisschen geschnuppert hab ich schon und es gefällt mir erwartet gut. Ich weiß noch nicht, ob es ein persönlicher Hype ist, der schnell wieder vorbei ist, oder mir langfristig gefällt, aber das ist ja auch egal.
Jedenfalls: Wer auch rein will, hinterlasse einen Kommentar mit Begründung und schwupps gibt's ne Mail - natürlich geht das nur, wenn ihr nicht anonym postet ;-)

Freitag, 8. Juli 2011

Google+ Circle of Trust

Okay, ich werde versuchen, Euch nicht zu sehr zu nerven mit diesem Google+-Zeugs, aber das hier ist zu lustig: Google+ Viralvideo zu den Circles, bestehend aus einem Filmausschnitt aus "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich" - wer weiß, vielleicht kam einem der Google-Entwickler die Circle-Idee ja beim Filmgucken ;-)



via netzpiloten

Dienstag, 5. Juli 2011

Google+ Lasst mich rein!

Ich gebe zu, ich war und bin nicht gerade wild auf Facebook. Das liegt zum einen daran, dass zu wenige meiner Freunde "drin" sind, zum anderen aber auch an dem aus meiner Sicht eingeschränkten Nutzen des Ganzen. Es ist für mich nur eine weitere Seite, die regelmäßig bespielt, besucht und auf dem Laufenden gehalten werden will. Die fehlende oder unfreundliche Verknüpfung zu E-Mail, Video, Blog, News, Fotoalben etc. führt dazu, dass ich nicht wirklich viel Zeit auf Facebook verbringe, sondern ständig zwischen verschiedenen Diensten hin und her springe. Und jetzt kommt Google+
Wenn man darüber nachdenkt, eine logische Konsequenz: Sie haben Mail, Chat, Videofonie, Foto, Text, Kalender, Blog, YouTube, News, Maps, und was mir noch alles gerade nicht einfällt. Und jetzt machen sie daraus einfach eins. Das könnte funktionieren. Nicht nur für mich. Dazu kommt, dass Google+ offensichtlich aus Facebooks Fehlern gelernt hat: Nachrichten und Fotos sind ganz einfach privat zu halten oder können per Click nur an bestimmte Nutzergruppen, "Circles", weitergegeben werden - Facebook macht es einem schwerer.
Viele werden jetzt wieder die Datenkrake Google beschwören, aber mal ehrlich: Sind unsere Daten sicherer bei Facebook? Und bei Google bin ich ohnehin schon lange mit Nutzerkonto unterwegs. Dafür, welche Informationen ich raus gebe, bin ich immer noch selbst verantwortlich, egal wie der Dienst heißt.
Ausprobieren möchte ich es auf jeden Fall - leider sind die Accounts der Beta-Phase begrenzt, und ich komme noch nicht rein. Aber über die Netzpiloten habe ich immerhin ein nettes Video gefunden, das den Dienst vorstellt. Umso mehr: LASST MICH DA REIN!

Donnerstag, 23. Juni 2011

Schaukel das Boot

So lange die Holde noch mit der neuen Pottermania beschäftigt ist, schiebe ich schnell einen weiteren Post nach:
Das ich bekennender Missy-Magazin-Fan bin, ist ja nix Neues. Aber die aktuelle Ausgabe hat es wirklich in sich und jetzt ist mein liebster "Roter-Ohren-Artikel" seit langem auch online zu lesen: Die Missy-Macherinnen haben, nun ja, eindeutige Liedtexte wiedergegeben, die zeigen, 1. wie es die Ladys am liebsten haben und 2. dass nicht nur Männer versaute Lieder texten und singen.
Online-Bonus: die enstprechenden Videos sind auch verlinkt. Also auf zur Missy!


I like Traffic Lights

Für alle, die am kommenden Wochenende aus den Pfingstferien nach Hause fahren oder sonst öfter im Stau stehen, hier ein paar Tipps, wie man die Zeit im Auto "sinnvoll" nutzt: TomTom hat mit MontyPython-Star John Cleese eine Reihe Spots gedreht. Abgedrehte Spots, quasi. :-) Aber das müsst Ihr euch selbst ansehen. Hier mein Lieblingsspot der Serie:




Die anderen fünf findet ihr hier, oder auf der entsprechenden Facebook-Seite. Was ist denn eure Lieblings-Staubeschäftigung? Die Holde spielt ja ganz gerne mal Ball im Auto, wenn es sich staut. Ich bin da eher so á la Spot Nr. 5 und gehe an die Decke...

Endspurt im Achtelfinale!


Das Achtelfinale der Frauen-Blog-WM endet am 26.6. und im Moment sieht alles nach einem spannenden Endspurt aus. Die Stimmenverteilung zwischen Halliways Blog-Dilemma und mir schwankt um die 50% Marke beiderseits. Also, wenn es euch hier gefällt: Abstimmen!

Freitag, 17. Juni 2011

schwarz, rot, goldig?

Ich habe es mir einige Tage überlegt, ob ich diesen Artikel schreiben soll. Ob ich das Thema "Objekt Frau" noch einmal aufnehme und das Thema Frauenfußball auch und beides in einen Artikel packe. Ob ich mich auf dieses dünne Eis begeben soll, das zwischen Vorurteilen gegen Sportfrauen einerseits und weiblicher Vermarktung andererseits reißt und knackt. Dann habe ich den Bericht der Mädchenmannschaft zum Frauenfußball in Brasilien entdeckt und heute Nachmittag bin ich über diesen Artikel zur Frauen-WM im Zeitmagazin gestolpert. Also bekommt ihr ein bisschen Futter fürs Wochenende:
Am Dienstag, als ich mit meinem geschätzten Kollegen und Kompagnon telefonierte, fragte er mich plötzlich: "Hast Du die neue Playboy schon gesehen?" Ich war kurz verwirrt, denn zu meiner täglichen Lektüre gehört das eher nicht. Aber mir wurde sehr schnell klar, worauf er hinaus wollte. Schließlich hatten wir uns in der Woche zuvor noch gemeinsam über die etagreen aufgeregt.
Habt ihr die neue Playboy schon gesehen? Hier der Link zum Stein des Anstoßes. Fünf Spielerinnen der Nationalmannschaft haben sich für den Playboy nackig gemacht. Um gegen das Image des "Mannweibs" anzukämpfen, wie sie sagen. Denn: "Es spielen immer mehr süße, hübsche Mädels Fußball, die auch shoppen gehen und Wert auf ihr Äußeres legen."
Eigentlich finde ich dieses Zitat noch schlimmer als die Bilder. Der Kollege kommentierte passend: "Statt als Mannweib abgestempelt zu werden, lassen sie sich also lieber als Püppchen fotografieren?" Ja, denn das lässt sich offenbar besser verkaufen. Frauen, Verzeihung, "Mädels" haben nun mal süß und schlank zu sein, lassen für Geld alle Hüllen fallen und gehen gerne shoppen. Mich gruselt's. Das sollen die Vorbilder für unsere Jugend sein? Germany's next Topfmodel auf grünem Rasen? Aber der DFB findet das sicher nicht gut, dachte ich. Und dann das:

Was ihr hier seht, ist einer der offiziellen DFB-Fanartikel. Es gibt wahlweise auch ein "Stylisches T-Shirt mit Glittter-Aufdruck"[sic!]. Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Mädels, die süß aussehen und gern shoppen gehen. Aber ich habe ganz deutlich etwas dagegen, wenn Fußballfrauen wie z.B. Nadine Angerer nicht als das was sie sind, nämlich eine hervorragende Torfrau, gesehen werden, sondern nur ihre angebliche fehlende Weiblichkeit bemängelt wird. Sportlerinnen haben "süß" auszusehen, nicht "athletisch". Mattel hat passenderweise zur Fußball-WM eine Barbiepuppe herausgebracht. Aber ich will Fußball sehen im Juli, keine Puppenspiele! Daher schließe ich mit einem Zitat vom Turbine Potsdam Trainer Bernd Schröder: "Wir aber brauchen Persönlichkeiten, keine Barbiepuppen."

Donnerstag, 16. Juni 2011

Der Mond ist aufgegangen...

... bloß wo? Das haben sich die Holde und ich gestern Abend gefragt. Links aus dem Fenster, rechts aus dem Fenster, bäuchlings über dem Balkongeländer: Nichts. Keine Spur. Also haben wir um 22.30 Uhr den Schlüssel geschnappt und sind aus dem Haus. Kantapper, kantapper die Straße hinunter. "Da, ist da nicht was? - ach ne, war nur die Straßenlaterne ..." Irgendwie kamen wir uns recht blöd dabei vor. Als wir auch auf der Eisenbahnbrücke in der Nähe nicht fündig wurden, beschlossen wir, der Mond verstecke sich eben noch hinter einem der Hügel oder wurde doch von dem Drachen gefressen. Und trotteten kantapper, kantapper wieder zurück.

Ruhe fanden wir natürlich keine, und nach endlosen Runden durch die Wohnung - sorry an dieser Stelle an die Nachbarn - fanden wir um 23 Uhr, was wir gesucht hatten: Hinter dicken Schleierwolken ließ sich der Mond erahnen. Natürlich habe ich gleich versucht, zu fotografieren. Leider war das Licht so schwach, dass die Kamera den Mond gar nicht fand :-( . Die Österreicher hatten wohl mehr Glück, deshalb an dieser Stelle das versprochene Bild, wenn auch nicht von mir, sondern vom ORF. Habt ihr denn irgendwas gesehen?


Mittwoch, 15. Juni 2011

Blutmond am Drachenpunkt

Auch wenn ich heute eigentlich gar keine Zeit zum Bloggen habe, wollte ich euch doch an die Mondfinsternis heute Abend erinnern. Dieses Mal ist die Mondfinsternis auch für Menschen ohne Nachtschicht oder Kleinkind zu bewundern: Die Mondfinsternis beginnt wohl gleich nach Mondaufgang (bei uns gegen 21.30 Uhr) und dauert bis 23.03 Uhr. Das sind doch arbeits- und traumfreundliche Zeiten ;-).
Übrigens: Wenn der Mond in den Kernschatten der Erde eingetreten ist, leuchtet er aufgrund der von der Erde reflektierten Lichtstrahlung rot. Und der Kernschatten heisst auch Drachenpunkt, weil die Chinesen früher glaubten, während einer Mondfinsternis jage ein Drache den Mond.
Im Süden und der Mitte sollen sich die Wolken gegen Abend weiter auflösen und den Blick freigeben. Will ich mal hoffen, dass Würzburg dann freigepustet ist. Für alle im Norden und Osten drücke ich natürlich die Daumen. Zur Sicherheit versuche ich, ein paar Fotos zu knipsen und die teile ich dann mit euch. Mal sehen, ob es was wird.
So, jetzt muss ich aber los! Ich wünsche euch viel Spaß, nur für die Werwölfe unter euch gilt: extra früh ins Bett heute!

Dienstag, 14. Juni 2011

12 Points

Danke fürs Abstimmen in Vorrunde A der Blog-WM! Und gleich weitermachen und für Eure Lieblingsblogs in Vorrunde B voten. Auf geht's:





Werbeobjekte - das Gleiche in Grün

Das folgende Video, das ich über die Mädchenmannschaft gefunden habe, spiegelt gerade schön meine eigenen Gedanken zum Thema Werbung wider. Es geht um das Frauenbild, das uns vermittelt wird und - für mich sogar noch wichtiger - um die Degradierung zum reinen Objekt, das mit den beworbenen Dingen oft gar nichts mehr zu tun hat. Gerade letzte Woche habe ich mich richtig "grün geärgert": Ich war auf der Intersolar in München, einer Messe für Solartechnik. Das praktische an diesen Messen ist, dass man sich dort meist kostenlos mit den neuesten Veröffentlichungen und Magazinen zum Thema eindecken kann. Ich stehe also vor einem gut bestückten Regal voller Solar- und Energiemagazine und was muss ich da sehen: Das Cover der "etagreen", eines Fachmagazins für nachhaltige Energie, zierte eine halb nackte Frau. Mit einer Werbebanderole um die Brust des Models wurde dann auch noch suggeriert, die Dame sei nicht nur halb nackt, sondern sehr nackt. Leider finde ich das Cover (noch) nicht online.
Wo genau liegt die Verbindung zwischen der Wahl des passenden Wechselrichters für Solaranlagen und einer halb nackten Frau? Weil es so schön warm wird auf den Panels? Im Innern der Ausgabe dann ein Poster mit den sonnenreichsten Gegenden Deutschlands - eine Afroamerikanerin im Bikini und mit Sonnenbrille verdeckte zwar einen Teil des Niederrheins und Schwarzwalds, aber was soll's? Ist doch viel hübscher so. Nicht zu fassen, das. Nachhaltige Kommunikation definiere ich irgendwie anders. Mehr mit Menschenwürde und so. Das Magazin ist bei mir jedenfalls unten durch.
Welche Werbewiderlichkeiten sind euch denn die "liebsten"? Zur Inspiration seht euch einfach zum Abschluss des kleinen Ausflugs in die Werbewelt noch ein paar gephotoshoppte Bilder an und dann legt los:


Donnerstag, 9. Juni 2011

Frauen-WM hoch zwei

Die Holde und ich haben vergangene Woche unsere WM-Tickets bekommen: Nordkorea-Schweden am 2.07. in Augsburg. Wir freuen uns schon sehr, auch wenn wir am laufenden Band von unseren Freunden auf den Arm genommen werden. Wer will schon Nordkorea gegen Schweden sehen? Na wir, denn dabei sein ist alles, da halten wir das olympische Prinzip ganz hoch.

Eine ganz tolle Idee am Rande der Frauenfußball-WM hatte Peer vom Blogprojekt: Bereits zur Herrenfußball-WM gab es eine Blog-WM, dieses Jahr gibt es das Ganze nur für XX-Chromosomler noch mal: 64 Blogs treten in verschiedenen Runden gegeneinander an, per Abstimmung wird entschieden, wer aus der jeweiligen Paarung in die nächste Runde kommt. Am Ende winkt der Blog-WM-Titel und ein paar Preise gibt es auch.

Ich fand das so toll, dass ich mich gleich beworben habe. Und siehe da, ich bin dabei! :-) Darüber freue ich mich wirklich sehr. Die erste Vorrunde läuft noch bis zum 12.06., d.h. Ihr müsst jetzt natürlich fleißig abstimmen. Für mich, aber bitte auch für alle weiteren Kandidaten, die Euch gefallen. Ihr wisst ja, das olympische Prinzip!

Musikalische Pausen - toller Google-Doodle am 9.6.

Schnell, schnell, denn das gibt's nur heute: Ihr müsst googeln, was das Zeug hält, denn der tollste Doodle, seit Martha Graham am 11. Mai für alle getanzt hat, lädt zum Klimpern in der Pause ein: Les Paul, seines Zeichens wohl maßgeblich an der (Weiter-)Entwicklung der E-Gitarre beteiligt, hätte heute Geburtstag (ganz wie Papa). Google hat dazu einen sagenhaften Doodle entworfen, der es erlaubt, mit der Maus auf den Gitarrensaiten zu klimpern. Einfach toll. Mein Arbeitstag ist gelaufen, aber das ist ja auch egal. Es gibt sogar einen "Record"-Button zum Aufnehmen, bloß ist mir dessen Funktion noch nicht ganz klar. Euch vielleicht? Wenn ja, freue ich mich über Eure Hinweise und kleine Meisterwerke in den Kommentaren :-)
Habt einen google-doodeligen Tag!

Dienstag, 24. Mai 2011

Sexismus und andere Seuchen

Der EHEC-Erreger sorgt ja gerade zumindest in den Medien und dem, was man so "öffentliche Meinung" nennt, für einigen Wirbel. Mich hat da gestern da was ganz anderes "erregt", nämlich die unglaubliche Aussage eines Mitarbeiters des Robert-Koch-Instituts:

"Die Frauen bereiten häufiger Lebensmittel zu, und da können sie sich möglicherweise bei der Reinigung des Gemüses oder anderer Lebensmittel infizieren."

Dieser "'*_)/%§"%/(!" - tief durchatmen jetzt - "Wissenschaftler" scheint eine etwas antiquierte Haltung zum weiblichen Geschlecht sein Eigen zu nennen. Vielleicht wollte er ja auch nur einen Scherz machen und die dpa hat's nicht verstanden. Oh, oh, da fällt mir glatt noch einer ein:

"Warum haben Frauen so kleine Füße? Damit Sie näher am Herd stehen können!"

Ich dachte eigentlich, wir leben in einer sich zumindest emanzipierenden Gesellschaft, in der Männer auch mal die Küche betreten dürfen. Und nun kommt mir nicht mit Statistiken. Das hat nichts mit Statistik zu tun, wenn man sich angesichts einer Krankheit, die überwiegend Frauen befällt, sofort auf das erstbeste "Argument" stürzt und solch unbedachten Unsinn äußert.

Ich mag jedenfalls nicht akzeptieren, dass ein führendes wissenschaftliches Institut ohne Nachweis darauf hinweist, dass Frauen gut genug sind, das Gemüse zu putzen, aber zu dumm, sich die Hände zu waschen. Und alle Medien haben es natürlich genau so unbedacht übernommen, von SpOn über WELT bis zur ZEIT online.

So. Ich geh jetzt mal Gemüse putzen, das beruhigt mich immer so schön.

Freitag, 20. Mai 2011

Die Menge schäumt

Das Schöne am Mitmachweb ist, dass alle mitmachen. Das Schlimme am Mitmachweb ist, dass alle mitmachen...

Social Marketing klingt ganz einfach - ist es aber nicht. Gerade erleben wir eine Zeit, in der wirklich ALLE Unternehmen irgendwas mit Facebook machen müssen, meist, weil der Chef im Meeting sagt: "Wieso sind WIR eigentlich noch nicht auf Facebook" und alle in hektische Betriebsamkeit ausbrechen. Und keiner weiß, wie es funktionieren kann, weil es noch so neu ist. Und dann kann es eben richtig in die Hose gehen.

Bei Pril hatten sie immerhin eine echt gute Idee (lassen wir doch ein neues Pril Flaschen-Design von Nutzern entwerfen und bewerten), die auch wirklich Community-Charakter hatte. Das ist ja nicht überall der Fall. Leider haben sie es meiner Meinung nach aber nicht zu Ende gedacht. Was ist passiert?

1. Niemand hatte daran gedacht, dass vielleicht nicht nur schöne und ernstgemeinte Beiträge eingesendet werden, sondern auch solche, die man vielleicht nicht unbedingt am Ende auch wirklich umsetzen möchte. Als sie es gemerkt haben, haben Sie die Regeln mittendrin geändert und dann doch erst mal geprüft. Kleiner Tipp: KAM NICHT GUT AN, DAS.
2. Niemand hatte daran gedacht, dass die Nutzer diese "nicht-so-schönen" Designs am Witzigsten finden könnten. Es hatte auch niemand daran gedacht, dass Abstimmungen über Facebook ganz schön problematisch weil fälschungsanfällig sind. Als sie es gemerkt haben, haben sie einen Teil der Stimmen gelöscht - wohl ohne zu erläutern, nach welchen Kriterien. Noch'n Tipp: KAM NOCH WENIGER GUT AN.

Fazit: Zwei bestenfalls langweilige Designs wurden prämiert, obwohl viele wirklich schöne dabei waren. Der Sturm der Entrüstung flaut gar nicht mehr ab, die Menge schäumt. Zu Recht.
Am besten wäre es natürlich gewesen, dem Rat unser aller Eltern zu folgen: Erst nachdenken, dann reden. Sprich: Vorneweg Regeln zu formulieren, nach denen Designs erst geprüft und dann freigegeben werden. Oder es halten wie Otto, denen ist das bei einem Modelwettbewerb auch passiert: Nehmen was kommt. In Otto's Fall: "Der Brigitte" shooten und Respekt ernten. In Pril's Fall: Die zwei meistgewählten Designs produzieren und gut.

Ich würde ja fast Wetten darauf abschließen, dass Pril's Ausflug in die Facebook-Welt damit beendet ist. Der/die Chefs schäumen bestimmt auch. Immerhin: In die Medien haben sie es ja geschafft...

Wieder mal ein Beweis dafür, dass Social Marketing nicht billig zu haben ist. Im Gegenteil: Für den schönen Gewinn, ganz dicht dran am Kunden zu sein, muss man viel investieren: Zeit vor allem, Ideen auf jeden Fall, Expertise, wo es geht, gesunder Menschenverstand reicht aber meist auch. Vor allem muss man wirklich bereit sein, das Ruder aus der Hand zu geben und sich vom Ergebnis überraschen zu lassen. Das ist ja gerade das, was das "social web" so schön macht.

Montag, 9. Mai 2011

Die Vermessung der Welt

Achtung, der folgende Post enthält sensationelle Informationen für alle BH-Trägerinnen!
Heute morgen bei meinem täglichen Blog-Rundgang bin ich auf einen Post der Mädchenmannschaft gestoßen. Thema: BH-Größen. Da ich chronisch unzufrieden werde beim BH kaufen und es deshalb auch nur bei besten Voraussetzungen versuche (Sonnenschein, gute Laune, Zeit und eine geduldige Einkaufspartnerin), habe ich ohne große Hoffnung auf Erlösung geschmökert. Und weitergelesen. Und bei den Busenfreundinnen reingeguckt. Dann das Maßband gesucht. Gemessen. Gesucht. Gelesen. Gewundert. Und was soll ich sagen: Ich werde wohl am Wochenende neue BHs kaufen gehen müssen.
Nun weiß ich natürlich auch, dass sich die BH-Größe aus dem Unterschied zwischen Brustumfang und Unterbrustumfang ableitet. Aber ich wusste offensichtlich nicht, wie man richtig misst (für Anleitung und Auswertung bei den Busenfreundinnen reinschauen. Aber als erste Hilfe: Unterbrustumfang nach dem Ausatmen so eng wie's geht messen. Brustumfang an der weitesten Stelle im Liegen, im Stehen und Vornübergebeugt messen). Nach Studieren der Anleitung kam ich heute zu einem Ergebnis, das so komplett anders ist als mein Bisheriges, dass ich nur staunen kann. Noch dazu weiß ich jetzt, dass mein Problem (BH rutscht immer nach oben, wenn ich mich bewege) ein Häufiges ist. Und daher kommt, dass ich zu KLEINE BHs gekauft habe. Du lieber Himmel. Ich bin echt geschockt, dass ich das nie in Betracht gezogen habe. Und würde jetzt am Liebsten mit dem Maßband durch die Welt ziehen und alle BH-Trägerinnen vermessen. Aber da ich einsehe, dass das unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen könnte, hier der Aufruf an Euch: Vermesst Euch! und berichtet!

Freitag, 6. Mai 2011

Wo gehobelt wird, ist gut durch Feuer reiten.

Ich hatte mal eine Kollegin, die hatte eine Schwäche für Sprichwörter. Vielleicht auch eher eine Schwäche bei Sprichwörtern... Jedenfalls kamen dabei so schöne Dinge raus wie "Man soll nicht alles Gold auf die Waage legen" oder "Das ist der Tropfen, der dem Faß den Boden ausschlägt".
Ich mochte (und mag) sie ohnehin sehr gerne, aber dafür habe ich sie geliebt. Denn irgendwie kitzelten diese Sprichwörter immer so ein bisschen von innen an der Hirndecke. Man merkte zwar gleich, dass da irgendwas nicht stimmte, aber es war manchmal echt schwierig darauf zu kommen, was nun genau.
Und heute macht mir Spreeblick ein tolles Geschenk: Sie haben eine (Name der Kollegin wird nicht verraten)-Maschine entdeckt. :-)
http://sprichwort.gener.at/or/

So, ich lasse mir jetzt ein bisschen das Hirn kitzeln und wünsche Euch auch viel Spaß dabei. Denn:
Reden ist Silber, Schweigen ist des Talers nicht wert.

Mittwoch, 27. April 2011

Von Trollen und anderen Problemen

Zurück aus dem Urlaub und den Osterfeiertagen (sehr schön, beides, und zu Lissabon gibt's bald mehr), habe ich mich als erstes ein bisschen im Netz herumgetrieben und Zeitung gelesen. Da ich leider gerade keine Zeit habe, zu allen interessanten Geschichten etwas zu schreiben, musste eine Auswahl her. Es gibt jetzt also nur einen kleinen Überblick mit Querverlinkung:

Troll dich!
Auf der re:publica in Berlin (die ich leider verpasst habe dieses Jahr) wurde Hatr vorgestellt. Die Plattform versucht, nervigen Trollen etwas Positives abzugewinnen. Momentan noch sehr Gender-lastig, aber m.E. nicht darauf beschränkt, Trolle gibt's ja überall. Per Werbefinanzierung sollen die Trollkommentare, die von registrierten Blogbetreibern eingesendet werden können, verschiedene soziale Projekte finanzieren. Ich hoffe ja vor allem, dass diese Art öffentlicher Zurschaustellung dazu führt, dass der ein oder andere sich besser überlegt, was er schreibt. Die veröffentlichten Kommentare lassen mir jedenfalls teils die Haare zu Berge stehen.

Medienselbstbespiegelung
Das ZEIT Magazin hat sich in der letzten Ausgabe in Medienkritik versucht. Die Holde und ich fanden das nicht besonders überzeugend. Die Selbstkritik "gipfelte" (kann man bei so was auch "hügelte" schreiben?) in der Aussage eines Reporters, das Porträt letztens sei am Ende vielleicht doch etwas zugespitzt gewesen. Sollen wir daraus lernen, dass die ZEIT eigentlich gar nichts falsch macht? Oder hat man einen mutigen Ansatz versucht, und dann hat sich doch niemand getraut? Wollten die Herren und Damen lieber keine Fehler zugeben oder ging es der Chefredaktion am Ende nur ums Image? Sorry, aber da habe ich wirklich mehr erwartet. Ansatzpunkte für Medienkritik gibt es genügend. Da muss man nicht zu Stefan Niggemeier gehen (der's auch nicht toll fand), wenn man ihn nicht mag, das gibt es auch professioneller: Bei Miriam Meckel zum Beispiel.

Vorratsdaten zum Spielen
Auf der Internetseite der ZEIT online gibt es eine interaktive Grafik zu bewundern, die zeigt, was man mit Vorratsdaten so alles anstellen kann. Der Grüne Malte Spitz hat sechs Monate Vorratsdaten an die ZEIT gegeben und diese ein Bewegungsprofil erstellen lassen. Empfehlenswert für alle, die schon immer wissen wollten, was Polizei und Geheimdienst so toll an der Datenspeicherung finden und warum vielen Bürgern dabei mulmig wird. Ziemlich gruselig das.

Mittwoch, 13. April 2011

Im Urlaub

Hm, es war ziemlich ruhig hier bisher im April. Ich schätze, das Wetter war zu schön...
Für die nächste Woche ist kaum mehr von mir zu erwarten, da ich mich in Lissabon herumtreiben werde :-). Hier ist jetzt erst mal bis 21.04. alles dicht.
Habt Geduld. Dafür gibt's hinterher bestimmt viel zu berichten!

Freitag, 1. April 2011

Frühstück bei Stefanie

Soo, durchgepustet und mit viel Sonne auf der Nasenspitze bin ich wieder im frühlingshaften Würzburg gelandet. Hach, was war das schön mal wieder im Norden. Auch was den norddeutschen Humor betrifft, bin ich jetzt wieder voll im Training. Während des Frühstücks lief immer NDR2 ( die anderen Sender in MeckPomm sind, nun ja, Geschmackssache).
Während ich also lecker Kaffee schlürfe und mich kulinarisch verwöhnen lasse in meinem Stamm-Hotelchen, kommt "Frühstück bei Stefanie" (wie passend, dachte ich da). Und wie ich das noch denke, schütte ich mich schon aus vor Lachen. Das will ich euch nicht vorenthalten, also frei drauflos geklickt:

Frühstück bei Stefanie - Heiliger Gral

(Konnte es leider nicht direkt einbetten...)

Ich schmeiss mich weg!

Mehr gibt es hier bei NDR2

Donnerstag, 24. März 2011

Ruhe einkehren lassen


Da bin ich ab Samstag für ein paar Tage zum tief Luft holen. Hier kehrt also ein bisschen Ruhe ein bis nächsten Donnerstag. Außer mir wird langweilig...

Rote Taschen raus!

Da ich morgen nach Berlin fahre, kommt der Aufruf schon heute: Mädels, holt die roten Taschen raus. Oder Schuhe, Halstücher, was ihr sonst so findet. Warum?
Morgen, am 25.03. ist Equal Pay Day!
Für alle, die es (wie ich) auch noch nicht wussten: Die rote Tasche steht dafür, dass Frauen weniger Geld in der Tasche haben für die gleiche Arbeit als Männer. Verstanden? Na dann los!

Mittwoch, 23. März 2011

Wir machen ja hier Wissenschaft

Die Vorgänge in Japan erwecken naturgemäß einen gewissen Nachholungs- und Informationsbedarf in Sachen Kernenergie. Nun kann man Dinge ja auf ganz unterschiedliche Weise erklären. Die Japaner haben sich offensichtlich dazu entschieden, ihren Kindern zu erzählen, ein Atomunfall sei sowas wie Durchfall und Fukushima musste nach dem Erdbeben halt kräftig pupsen. Kein Witz, auch wenn ich wünschte, es wäre einer:



Via Netzpiloten.

Nicht weniger skuril, aber informativer ist dieser Erklärungsversuch des ZDF geraten. Harald Lesch erklärt die Sache mit Einstein und den Atomen und so. Mal ehrlich: Mit dem Physiklehrer hätt' ichs auch verstanden!



Via Spreeblick

Entschuldigen Sie bitte, was halten Sie vom BVG-Streik?

Es gibt so ein paar Dinge, bei denen war ich mir ganz sicher, dass ich sie in Berlin zurücklassen und schmerzlich vermissen würde. Zwei dieser liebgewordenen Berliner Eigenheiten habe ich aber wider erwarten tatsächlich in Würzburg wiedergefunden. Mithin zwei Dinge, von denen ich mir SICHER war, sie hier leider nicht mehr zu haben.

1) die Berliner Freiberuflerkultur: mit Laptop im Café sitzen, Latte schlürfen und über Projekte plauschen, im coolen betahaus einen Arbeitsplatz haben, wenn man einen braucht (im Berliner Winter z.B.). Nun gibt es in Würzburg doch tatsächlich einen Coworking Space seit Neuestem. Und eine kleine, aber feine Gemeinde Freischaffender auch. Habe vergangene Woche erst mit einem dort rumgesessen und (nein, keinen Latte) einen Cappuccino getrunken. Fein ist das!

2) Das Stehmännchen. Das Stehmännchen war ein älterer Herr mit Mütze, der sommers wie winters an der Straßenkreuzung bei uns an der Ecke stand. Manchmal trat er vorsichtig auf einen nichtsahnend an der Ampel stehenden Passanten zu und fragte sehr höflich: "Entschuldigen Sie, darf ich Sie etwas fragen?" Natürlich sagt man da nicht nein (nicht mal als misstrauischer Berliner). Dann: "Was halten Sie denn vom BVG-Streik?" Für alle Nicht-Berliner: Die BVG sind die örtlichen Verkehrsbetriebe. Gestreikt haben sie zuletzt Anfang 2008. Spätestens im Herbst 2008 wurde diese Frage kurios, später total abstrus, weil die BVG das einzige war, das in Berlin überhaupt noch fuhr (S-Bahn-Drama, immernoch). Ich glaube nicht, dass er jemals auf eine Antwort gewartet oder reagiert hat. Er stand da einfach nur. Den Namen Stehmännchen hat ihm übrigens die Bäckerei an dieser Ecke verliehen, vor deren Geschäft oder auch oft in deren Geschäft er stand. Sehr berlinerisch, dass sie ihn erst zu Ladenschluss sanft hinausbefördert haben. Hach ja, wie hatten wir ihn liebgewonnen.
Und jetzt? Steht vorne an der Ecke unserer Straße sommers wie winters ein kleiner, dick eingepackter Mann mit Pudelmütze und viel zu groß scheinenden Schuhen (vielleicht ist er aber auch nur zu klein für seine Füße) und raucht. Er steht da einfach und guckt und raucht. Lange. Oft. Gesprochen hat er noch nicht. Ist eher ein Räuchermännchen. Ich muss immer lächeln, wenn ich ihn sehe. Vielleicht trete ich irgendwann einmal auf ihn zu und frage ganz höflich: "Entschuldigen Sie bitte, was halten Sie vom BVG-Streik?"

Montag, 21. März 2011

Stuttgarter Riesen

Mir ist letzte Woche was richtig Blödes passiert, und ich wollte diesen kleinen Lacher niemandem vorenthalten: Im Frühlingsrausch bin ich in einem Drogeriemarkt um die Ecke über ein paar Blumensamen und Erde hergefallen und habe auch gleich noch einen Angebotssack Steckzwiebeln mit dem schönen Namen Stuttgarter Riesen mitgenommen. Sind bestimmt hübsche Narzissen, dachte ich bei mir und buddelte mich den Nachmittag über durch meine Blumenkästen. Nach ein paar Tagen wurde ich jetzt doch neugierig, was ich da so eingegraben hatte überall. Und siehe da: Es gab noch mehr Leute, die sich das gefragt haben. Und die wie ich ahnungslos Speisezwiebeln in ihre Blumenbeete pflanzten ...
Seufz. Bislang konnte ich mich noch nicht aufraffen, sie wieder alle auszugraben. Vielleicht gibt es also ein großes Zwiebelkuchenfest im Herbst...

Dienstag, 15. März 2011

Fremdschäme mich: Katastrophenmache im deutschen Fernsehen

Seit Freitag klebe ich stundenweise abwechselnd vor TV und Laptop. Ich bin sprachlos ob der Katastrophen, denen sich die Japaner stellen müssen. So sprachlos, dass ich zu Erdbeben, Tsunami, Feuer und Atomkatastrophe hier gar nichts sagen möchte. Ich glaube auch nicht, dass es dafür überhaupt passende Worte geben kann.
Aber ebenfalls seit Freitag wächst meine Abscheu und meine Wut, was die Berichterstattung der deutschen Medien angeht. Hierzu möchte ich so vieles sagen, dass ich es gar nicht schaffe, die Worte in meinem Kopf zu sortieren. Also frisch drauf los:
Bereits am Freitag, kurz nachdem ich von dem Erdbeben erfahren habe, habe ich der deutschen Berichterstattung in den Online-/Printmedien den Rücken gekehrt, weil ich keine Lust auf die informationsschwache Panikmache hatte, die auch schon Johnny im Spreeblick beklagt hat. Die Informationen, nach denen ich das Bedürfnis hatte, waren andere. Ich versuchte es zunächst auf ARD und ZDF und war danach wenigstens ein bisschen schlauer. Aber auch sehr bald sehr genervt. Die gesamte Berichterstattung schien sich um folgende Fragen zu drehen: Was bedeutet das Erdbeben für uns in Deutschland (????), welche Auswirkungen wird die Katastrophe auf die deutsche Wirtschaft haben? Wie viele deutsche THWler fliegen wann mit welcher Ausrüstung ins Krisengebiet und was halten sie von der Katastrophe.
Nach kurzer Zeit hatte ich einen dicken Hals und die Nase voll (ja, ich bin auch erkältet, aber das meine ich jetzt nicht). Mein Bedürfnis nach Information (!) stillte ich im Folgenden auf CNN und über den englischen NHK-Livestream (japanischer Sender). Das war noch bevor die Lage im Atomkraftwerk Fukushima (mutmaßlich) kritisch wurde.
Ich weiß nicht, ob es ein speziell deutsches Medien-Phänomen ist, alles auf sich selbst zu beziehen. Mal ehrlich, es interessiert mich einen Dreck, was die DIHK oder irgendwelche Wirtschaftsweisen zu den Auswirkungen auf den deutschen Exportmarkt sagen. DA UNTEN STERBEN MENSCHEN! Menschen, nicht Japaner oder Deutsche oder Amerikaner oder sonstwas. Menschen.
Immer mal wieder habe ich in den letzten Tagen dann doch bei ARD und ZDF reingesehen. Nach wenigen Minuten und mit steigendem Abscheu habe ich ausgeschaltet. Fragerunden auf dem Erfurter Marktplatz, ob man nun in Deutschland Angst haben müsse, wenn in Japan der GAU eintritt. Gestern Abend schließlich der Gipfel der Geschmacklosigkeit: Eine Expertenrunde in der ARD beantwortet Fragen besorgter deutscher Bürger ob der Auswirkungen eines (möglichen) GAUs (habe ich mir nicht angesehen, ich weiß also nicht, ob es solche Befürchtungen wirklich gibt).
Ich habe genau so wenig wie Johnny etwas dagegen, wenn nun der Atomausstieg erneut debattiert wird (btw: Kann mir jemand erklären, was ein Moratorium aus dem Ausstieg des Ausstiegs ist?). Aber eines ist doch klar: An der Situation in D hat sich durch einen (noch immer unklaren) GAU in Japan überhaupt nichts geändert. Allenfalls hat es einigen Menschen vor Augen geführt, dass Atomenergie nicht beherrschbar ist. Nicht wirklich neu, oder? Aber diese völlig substanzlose Panikmache und das sofortige Übertragen der Problematik auf uns Deutsche lässt mich vor Fremdschämen bibbern. Bitte, bitte sagt mir, dass nicht alle so sind.

Nachtrag: Meine Holde hat mich darauf hingewiesen, dass wir uns schon bei diversen Sportereignissen (Olympia, WMs, etc) aufgeregt haben, dass so deutschlandzentriert berichtet wird. Stimmt. Mehrere Male war es schwierig zu erfahren, wer gewonnen hat, weil nur die Deutschen auf den Rängen 8, 15 und 23 genannt wurden.

Nachtrag 16.03.: Peer Schader bestätigt im F.A.Z. Blog die Unmöglichkeit der Sondersendung zu deutschen Sorgen um den Atom-GAU in Japan: Die Fischstäbchen sind sicher!

Donnerstag, 10. März 2011

CeBIT-Fieber

Einen etwas verspäteten Nachbericht zur CeBIT möchte ich dann doch noch abliefern, auch wenn mich die übliche Messe-Erkältung erwischt hat und meine Kreativität vermutlich darunter leidet.
Ich war jetzt schon zum dritten oder vierten Mal auf der CeBIT, und ich fahre immer wieder gerne hin. Kernthema dieses Jahr war die ominöse Wolke, jene "Cloud" also, in der wir in Zukunft all unsere Daten speichern sollen und es oft genug auch bereits tun. Ich erinnere mich mit leichtem Grauen an den Schwarm Berater und Firmeninhaber, die uns das Thema bereits 2008/2009 wie sauer Bier angepriesen haben. Mein einziger Gedanke damals: Wie denken die sich das denn, dass die Regierung mal eben ihre Daten fremdbetreuen lässt? Entsprechend kühl lächelnd abgewiesen wurde der kurzsichtige Lobbyisten-Schwarm damals. Und trotzdem nutze ich privat und inzwischen auch beruflich allerhand Wolkiges.
1. Meine private E-Mail-Adresse
2. Allerhand private Planungsdokumente bei google docs
3. Mein Zeiterfassungstool
4. Dieses Blog natürlich
5. Meine Webseite
... Die Liste ließe sich bestimmt mit einigem Nachdenken noch verlängern. Wenn die "Manager" meiner Daten einmal Mist bauen sollten, wenn meine Daten nicht mehr auffindbar sind, dann ist alles weg. Ich habe keine Sicherungsvorkehrungen. Weg wäre damit z.B. auch unsere Ticketbestätigung für die Frauenfußball-WM, oder die Flug-Tickets für unseren Urlaub. Meine Stundenabrechnungsgrundlage. Andererseits: Ich habe dort keine fremden Daten, nur meine eigenen. Und auch (fast) nichts, das sich nicht (mühsam) wieder rekonstruieren ließe.
Ich mag das Arbeiten mit allen mir online zur Verfügung stehenden Mitteln. Aber ich möchte nicht, dass ein Unternehmen meine Daten irgendwo im Netz ablegt. Schlimm genug, dass es so viele Daten von mir da draussen gibt.
Auf der CeBIT habe ich mich gerne in der Wolkenmaschinerie herumgetrieben. Spannend ist es allemal. Meine Lieblingshalle ist übrigens die Halle 9. Nicht etwa weil dort der De-Mail-Stand zu finden war, sondern weil in der Halle allerlei Forschung und Entwicklung vorgestellt wird. Nerdiges Zeug halt: Hamlet zitierende Roboter, Eye Tracking, Radfahrnavigationssysteme, Lichtschalter ohne Stromanschluss ... Da lacht mein Herz - und meine Holde verzweifelt, weil ich nicht aufhöre, irgendeinen Mist zu erzählen.
Auch auf der CeBIT gefunden habe ich die Cloudsters - davon aber mehr, wenn das CeBIT-Fieber wieder gesunken ist...

Dienstag, 1. März 2011

Ausgezählt

Guttenberg tritt wohl gleich zurück:
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/20/0,3672,20,00.html

Nachtrag: Für alle die es verpasst haben, gibt es die Rücktrittserklärung u.a. in der ZDF mediathek
Interessanterweise sind mal wieder die Medien Schuld an allem...

Montag, 28. Februar 2011

Sätze, die das Gewicht der Welt tragen

"Die durchschnittlichen Ernährungswerte 1941 betrugen 2613 Kilokarien für Deutsche, 699 für Polen und 184 für Juden."

Aus der aktuellen ZEIT, Besprechung von "Ringelblums Vermächtnis. Das geheime Archiv des Warschauer Ghettos", Samuel D. Kassow.

Donnerstag, 24. Februar 2011

Der Fall Guttenberg(s)

Bislang habe ich mich irgendwie nicht dazu durchringen können, Stellung zum Thema (Ex-) Dr. Guttenberg zu beziehen. Zu undurchsichtig fand ich das plötzliche Auftauchen der Vorwürfe, zu viel politische Denke haben mir mein Studium und mein bisheriges Berufsleben eingetrichtert. KTG war so beliebt, dass man eine Gegenkampagne schon förmlich riechen konnte. Und dann das. Also habe ich erst mal abgewartet und die Medien gesichtet. Und war immer noch zurückhaltend.
KTGs Medienaktion, neben einer offiziellen Pressekonferenz her vor ein paar Kameras ein Statement vorzulesen, fand ich aus Bürgersicht ziemlich daneben und feige, aus Krisen-Kommunikationssicht zumindest zweifelhaft. In solchen Momenten kann man eigentlich nur zweierlei tun: Man geht in die Offensive, entschuldigt sich und beteiligt sich an der Aufklärung. Oder man schweigt.
Jetzt fragte sich die halbe Welt zwangsläufig, ob der Mann was zu verschweigen hat. In Zeiten von Wikileaks und Social Media konnte das nicht lange gut gehen. Schnell gab es ein GuttenPlag Wiki und die Internet-Generation (von der FAZ doch tatsächlich "Schwarmintelligenz" genannt...) zerpflückte die Dissertation. Und fand immer mehr fragwürdige Stellen.
Seinen Doktortitel ist KTG nun erst mal los, die Uni Bayreuth ermittelt weiter, eine offizielle Fragestunde des Bundestages gab es gestern - und ich war immer noch unschlüssig.
Bis ich heute morgen im Kommentarbereich der ZEIT online auf die folgende Visualisierung gestoßen bin, die aus dem GuttenPlag Wiki stammt. Für mich ist der Mann angezählt. Selbst wenn nur die Hälfte der gefundenen Stellen einer wissenschaftlichen Einschätzung standhalten sollten. So etwas kann doch niemandem aus Versehen passieren.